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zu kirjakauppa

 

 

Leseprobe
Der Wind über den Klippen
(Tuulen puolella)

 

Zum Inhalt:

Kommissarin Maria Kallio ist gerade aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrt, und als wären die Spannungen im Dezernat und die Doppelbelastung nicht genug, hat sie gleich einen Fall auf dem Tisch, der ihr besonders nahe geht. Auf einer Insel in den Schären ist eine Leiche gefunden worden. Zufälligerweise hatte Maria den erfolgreichen Geschäftsmann Juha Merivaara kurz vorher bei einem Segeltörn kennengelernt. Ein Unfall war es nicht, und bald findet Maria heraus, dass sich noch andere Verbrechen an diesen Fall knüpfen.


 

Der vierte Oktober war ein Samstag. Am Morgen überlegte ich, wieso mir das Datum so bekannt vorkam, dann fiel es mir ein: Heute vor einem Jahr war Harri gestorben.
Ich war den ganzen Tag sprungbereit, denn ich hatte Kommissarsdienst für die gesamte Kripo, was bedeutete, dass ich bei Bedarf Haftbefehle bestätigen oder aufs Präsidium fahren musste, um bei dringlichen Fällen die Ermittlungen zu organisieren. Während der Nacht kamen einige Anrufe, es ging aber nur um die üblichen Kneipenschlägereien und Auseinandersetzungen zwischen Betrunkenen. Ich hatte das Handy mitgenommen und schlief im Erdgeschoss, um Antti und Iida nicht zu wecken. Weil ich im Bereitschaftsdienst mitten in der Nacht weggerufen werden konnte, ohne zu wissen, wann ich zurückkam, hatte ich vor ein paar Wochen endgültig abgestillt. Es war ein wehmütiges Gefühl gewesen, aber Iida war ja kein Säugling mehr, sie konnte bereits laufen und sprach auch schon einige Worte, die üblichen: Mama und Kacka.

   

Der Morgen des fünften Oktober war grau und nieselig. Um halb acht wurde ich vom Telefon geweckt. Puustjärvis Stimme verriet, dass er eine durchwachte Nacht hinter sich hatte:
"Auf Rödskär wurde eine Leiche gefunden."
Schlief ich noch, träumte ich von Harris Tod vor einem Jahr? Nein, das war kein Traum. Der Schlaf wehte davon wie Blütenstaub von einer Weide.
"Wurde der Tote identifiziert?"
"Ja. Ein gewisser Juha Merivaara, geboren 1951, von Beruf Geschäftsführer."
Ich überlegte eine Sekunde lang.
"Ist schon jemand zum Fundort unterwegs?"
"Ich warte mit Koivu und dem Fotografen auf den Hubschrauberpiloten. Die Technik fährt mit dem Boot hin."
"Wartet auf mich! Ich komme mit in den Hubschrauber, in einer Viertelstunde bin ich da."

   

Ich legte auf, rannte in die Küche und stellte die Kaffeemaschine an. Vierzehneinhalb Minuten später hatte ich es geschafft, mich zu waschen, anzuziehen, zwei Tassen Kaffee herunterzustürzen und ein Käsebrot zu essen, mit weit überhöhter Geschwindigkeit zum Präsidium zu fahren, den Wagen abzustellen und zum Landeplatz auf dem Dach zu rennen.
Seit den Übungsflügen während der Ausbildung hatte ich nicht mehr in einem Helikopter gesessen. Ich hatte zwar keine Angst vor dem Fliegen, doch im Magen rumorte es, als der Hubschrauber aufstieg und über Mankkaa und Haukilahti nach Südwesten flog. Bei dem Nieselregen hatte man kaum Sicht auf das Meer, die Kopfhörer dämpften den Lärm nicht. Ich atmete ein paarmal tief durch und fragte Puustjärvi, wie die Meldung aus Rödskär gelautet hatte.
"Der Anrufer hat nicht viel gesagt. Am Ufer läge eine Männerleiche, aber es sähe nicht so aus, als wäre er ertrunken!", brüllte Puustjärvi ins Mikrofon.

   

Leseprobe: Mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Verlages
Leena Lehtolainen: Der Wind über den Klippen. Maria Kallios fünfter Fall
Copyright für die deutsche Übersetzung von Gabriele Schrey-Vasara
(c) 2004 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Copyright für die finnische Ausgabe und die elektronischen Rechte
(c) Tammi Publishers und Leena Lehtolainen
 
   

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