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Leseprobe
Die Todesspirale (Kuolemanspiraali)
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Zum Inhalt:
Aufregung in Helsinki: Eine bekannte Eiskunstläuferin
wird tot aufgefunden - man hat sie mit ihren eigenen Schlittschuhen
brutal erschlagen. Bei der Untersuchung des Falls gerät
Kommissarin Maria Kallio unversehens in die Dopingszene und
die politischen Machtspiele rund um den Leistungssport. Im
Morddezernat ist es für sie unterdes auch nicht eben
leicht, da einer ihrer Kollegen sie rücksichtslos schikaniert.
Und das ausgerechnet jetzt, wo Maria ein Baby erwartet...
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Kati Järvenperä parkte ihren uralten dunkelblauen
Mercedes auf dem leeren Oberdeck des Parkhauses beim Einkaufszentrum
von Matinkylä. Auf dem unteren Parkdeck wäre auch
noch Platz gewesen, aber sie hatte keine Lust, ihren Straßenkreuzer
mühsam in eine Lücke zu manövrieren. Es war
zwanzig vor acht, gerade noch Zeit, die Einkäufe zu erledigen.
Beim HNO-Arzt hatten sie zwei Stunden warten müssen,
bis Olli behandelt wurde. Nun blieb ihr keine andere Wahl,
als ihre beiden Söhne in den Laden mitzunehmen, wo Jussi
mit der Ausrede, sein kleiner Bruder wäre krank, bestimmt
um Süßigkeiten betteln würde.
Kati klappte den Kofferraum auf und nahm Ollis Buggy und
eine Getränkekiste heraus. Später, wenn die Kinder
schliefen, würde sie sich eine Flasche eisgekühlten
Cider gönnen, den hatte sie sich verdient. Sie machte
sich nicht die Mühe, den Kofferraum abzuschließen.
Das tat sie selten, und trotzdem war noch nie etwas weggekommen.
Wer würde in ihrer Rostlaube schon Wertgegenstände
vermuten! Sie setzte den knapp zweijährigen Olli in den
Buggy, schärfte dem vierjährigen Jussi ein, sich
an der Getränkekiste festzuhalten, seufzte vernehmlich
und zog los.
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Eine Minute vor acht kamen sie zurück. Jussi hatte so
lange gequengelt, bis Kati für beide Kinder Schokopudding
und eine große Tüte Xylitolkaugummi gekauft hatte.
Sie hatte nicht die Nerven gehabt, konsequent zu bleiben.
Der Arbeitstag an der Sommeruniversität war die reine
Hölle gewesen, und der Anruf aus der Tagesstätte,
Olli klage schon wieder über Ohrenschmerzen, hatte ihr
den Rest gegeben. Da ihr Mann um sechs Uhr eine Vorlesung
halten musste, war ihr nichts anderes übriggeblieben,
als mit beiden Jungen zur Poliklinik zu fahren.
Kati setzte Olli in den Kindersitz, hob Jussi auf das Sicherheitspolster
auf dem Vordersitz und schnallte die Kinder an. Sie klappte
den Buggy zusammen und öffnete den Kofferraum.
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Einige Sekunden stand sie nur da und starrte auf das, was
sie vor sich sah. Das Mädchen im Kofferraum konnte nicht
zurückschauen, seine Augen waren von getrocknetem Blut
verklebt. Kati spürte, wie ihre Beine nachgaben und die
Welt um sie herum ihre Konturen verlor. Erst als Jussi nach
ihr rief, wurde ihr klar, dass sie handeln musste.
Vorsichtig tastete sie am Handgelenk des Mädchens nach
dem Puls, wie sie es im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hatte. Die
Hand war noch warm, doch einen Pulsschlag spürte sie
nicht.
Kati schlug den Kofferraum zu und verriegelte ihn. Dann öffnete
sie auf Ollis Seite die Tür und sagte:
"Raus mit euch, das Auto ist kaputt. Wir müssen
ein Taxi bestellen und die Polizei rufen."
"Nein, einen Mechaniker", protestierte Jussi. "Polizisten
reparieren keine Autos."
"Die Polizisten kennen sicher auch einen Mechaniker",
sagte Kati. Seltsam, wie ruhig ihre Stimme klang. Genau wie
immer. Die Jungen durften nichts merken. Wo war ein Telefon?
Und wie in aller Welt war das tote Mädchen in ihren Kofferraum
gekommen?
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Leseprobe: Mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt
Verlages
Leena Lehtolainen: Die Todesspirale.
Maria Kallios vierter Fall
Copyright für die deutsche Übersetzung von Gabriele
Schrey-Vasara
(c) 2004 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Copyright für die finnische Ausgabe und die elektronischen
Rechte
(c) Tammi Publishers und Leena Lehtolainen |
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