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Nachgefragt ...  

Welchen Beruf haben Deine Eltern? Hast du Geschwister?

Meine Eltern sind beide Finnisch-Lehrer. Ich habe eine zwei Jahre jüngere Schwester namens Anna.

Wo überall hast du gelebt?

1964-68 in Vesanto, 1968-82 in Outokumpu, 1982-89 in Helsinki, 1989-2000 in Espoo und seit 2000 in Inkoo, genauer gesagt in Degerby.

Wie warst du als Kind / Jugendliche?

Ein widersprüchliches Wesen, weil ich mich einerseits mit meinen Büchern und meiner Phantasie wohl fühlte, andererseits gesellig war und meine Freunde mir wichtig waren. In der Schule lief alles ganz gut, aber in der Freizeit war ich wild und probierte alles Mögliche aus. Die Musik war mir wichtig, von den Beatles bis zum Punk, von der Opernmusik bis zum Blues.

Welche Schulen hast du besucht?

In Outkokumpu die Grundschule "Keskustan ala-aste", die Schule in Kumpu (Sekundarstufe) und das Gymnasium Outokumpu (Oberstufe). Ich studierte an der Universität Helsinki mit Abschluss 1988 als Kandidat der Philosophie und als Lizenziat 1995. Außerdem nahm ich Unterricht in Gesang und Musiktheorie von 1979-82 an der Musikschule Joensuu und studierte an der Musikhochschule Käpylä in Helsinki 1985-91.
Welche Note hattest du in Finnisch in der Schule? Eine 10 (d.h. eine Eins nach deutscher Benotung)

Was waren Deine Lieblingsfächer in der Schule?

Geschichte und Musik

Gibt es weitere Schriftsteller in Deiner Familie?

Mein Mann Mikko Lensu hat ein Kinderbuch geschrieben: Varatohtori Virta Pohjoisnavalla (Ersatzarzt Virta am Nordpol) . Es ist im September 2005 erschienen.

Wie alt warst du, als du Dein erstes Buch schriebst?

Ja äkkiä onkin toukokuu (Und plötzlich ist es Mai) erschien 1976. Ich schrieb es in den Jahren 1974-75, da war ich 10-11.

Wolltest du schon immer Schriftstellerin werden?

Ich denke schon, obwohl ich erst nach Erscheinen von Harmin Paikka (Auf die feine Art) im Jahre 1994 daran glaubte, hauptberufliche Autorin zu werden.

Bist du ganztägig Schriftstellerin? Wo hast du gearbeitet, ehe du Autorin wurdest?

Ich bin freiberufliche Vollzeitschriftstellerin seit 1993. Ich schreibe außerdem Kolumnen, Literaturkritiken, mitunter auch literarische Essays und Interviews.
Davor habe ich vieles gemacht:
In den Sommern 1981, 82 ja 83 war ich in Vuosaari in Helsinki Treppenhaus-Reinigungsfrau. Von August 1982 bis Mai 1983 arbeitete ich in der Personalkantine der Finnischen Staatsoper in der Essensausgabe und als Kassiererin.
Die Weihnachtssaison 1983, 1984 und den Sommer 1984 verbrachte ich als Verkäuferin in der Buchabteilung des Sokos-Kaufhauses in Helsinki.
In den Jahren des Studiums 1985-88 arbeitete ich u.a. als Verkäuferin in einem R-Kiosk, als Mitarbeiterin bei Gallup-Befragungen, als Bürokraft und Fernseh-, Theater- und Opernkritikerin.
Nach meinem Abschluss als Kandidatin der Philosophie war ich 1988-90 Intendantin des Tapiola-Chors und 1990-91 als verantwortliche Assistentin und verantwortliche Lektorin an der Universität Helsinki im Fachbereich der Literatur Finnlands.

Welchen Rat würdest du Menschen geben, die Schriftsteller werden wollen?

Es lohnt sich, möglichst viel zu lesen und zu schreiben und zwar möglichst vielfältige Texte.

Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?

Die Phase der Hintergrundrecherche, der Informationssammlung und Entwicklung der Charaktere ist ein Prozess von mehreren Jahren, während derer ich die vorherigen Bücher schreibe. Vom Beginn des Schreibens eines Manuskripts bis zum kompletten Manuskript vergehen ca. vier Monate und dabei arbeite ich wie jede Angestellte auch von halb neun bis vier. Dann ruht das Manuskript ein bis zwei Monate, danach beginnt eine dreimonatige Phase des Editierens und Korrigierens. Der Bogen von der Anfangsidee bis zum fertigen Buch umfasst also drei bis vier Jahre.

Bekommst du die Ideen für Deine Bücher aus dem wirklichen Leben oder aus Zeitungsartikeln?

Nicht direkt. Es ist schwer zu sagen, woher die Ideen kommen. Eine Frage oder ein Thema beginnt einfach einen so lange zu beschäftigen, bis man darüber schreiben muss.

Nimmst du Charaktere oder Vorkommnisse aus dem wirklichen Leben oder aus Kriminalberichten?

Der Plot meiner Bücher ist immer selbst ausgedacht und von vorhandenen Menschen leihe ich mir höchstens die Ohren oder Augenbrauen. Die Katzen und Hunde meiner Bücher existieren meist in der Realität.

Wie recherchierst du für deine Bücher?

Das hängt natürlich vom Buch ab. Schreibe ich über Themen, von denen ich vorher schon einiges weiß, wie z.B. über Eiskunstlauf oder Segeln. Ich interviewe Fachleute aus den verschiedenen Bereichen und stelle die dümmsten Fragen. Ich lese viel Fachliteratur zu den einzelnen Gebieten, besuche die Handlungsorte der Bücher um hinzuhören, hinzuschauen und zu riechen.

Ist in Maria Kallio viel von Dir?

Wir haben den gleichen Musikgeschmack - nach Meinung von Freunden denselben, schlechten Geschmack, was Whiskey anbetrifft, zu teuer - und denselben Geschmack, was Männer betrifft. Maria ist Berufspolizistin und sie würde nicht zur einsamen Arbeit einer Schriftstellerin taugen, ich wäre nichts für den sozialen Job einer Polizistin. Maria kann Autos reparieren und schießen, ich dagegen bin eine bessere Köchin als sie.

Wer sind die Vorbilder für Maria Kallio?

Sie hat keine Vorbilder im tatsächlichen Leben, sondern die Figur entwickelte sich aufgrund des Nachdenkens darüber, wie eine finnische Polizistin wäre.

Wie geht es mit Säde Vasara weiter?

Das erzähle ich nicht. Das kann jeder Leser für sich entscheiden.

Welches ist Dein bestes Buch?

Das ist unmöglich zu beantworten, das wäre als ob man fragte, welchen meiner Söhne ich lieber mag.

Hast Du vor, auch mal was anderes als Krimis zu schreiben, beispielsweise Jugendbücher?

Vielleicht.

Welches sind Deine Lieblingsschriftsteller?

Das wechselt, aber langjährige Lieblingsautoren von mir sind u.a. Lucy M. Montgomery, Jane Austen und Barbara Pym.

Liest Du viel?

Ich bin Büchersüchtig.

Dein Lieblingstier?

Alle Katzentiere, v.a. der Luchs.

Wie heißen Deine Kinder und wie alt sind sie?

Die Kinder sind Konsta Johannes Lensu, geb. 1991 und Otso Olavi Lensu geb. 1994.

Was sagen Deine Kinder zu Deinen Büchern?

Konsta hat die Theaterversion von Kuparisydän (Kupferglanz) gesehen, danach haben die Jungs mit ihrer Lego - Polizeistation Maria Kallio Koivu und Antikainen nachgespielt. Konsta hat meine Jugendbücher gelesen und als Schullektüre “Alle singen im Chor”. Otso hat die Fernsehfilme um Maria Kallio gesehen und eine Reihe von Begebenheiten sehr witzig kommentiert.
Die Jungs finden an meiner Arbeit am schlimmsten, dass ich zu viele Lesereisen habe.

Wenn Du keine Autorin wärst, was würdest Du machen?

Nun… Ich könnte Parkaufsicht im Nationalpark Saaristomeri oder Luchspflegerin sein.

Übersetzung: Kerstin Poschmann  

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