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Lohnsenkung für Frauen!
Das Unwohlsein unserer Kinder und Jugendlichen
erregt allgemeine Besorgnis, und das mit gutem Grund. Tausende
von Kindern sitzen Abend für Abend allein zu Hause und
werden von Internet und Fernsehen erzogen. Als Lösung
wird vorgeschlagen, die Mütter sollten zu Hause bleiben.
Doch um dergleichen zu erwägen, verdienen die Frauen
zu gut, immerhin vier Fünftel von dem, was die Männer
bekommen. Das muss sich schleunigst ändern.
Ich schlage der Regierung deshalb folgendes vor:
Die Frauen dürfen berufstätig bleiben, wenn sie
durchaus wollen, immerhin sind wir nicht in Afghanistan. Jede
Frau muss sich zwischen Karriere und Familie entscheiden.
Für Mütter von Kindern unter zwölf Jahren,
die berufstätig bleiben wollen, wird eine Lohnsenkung
festgesetzt, z.B. monatlich 350 Euro pro Kind.
Das ist nur logisch: Frauen mit Kindern können am Arbeitsplatz
nicht ihre volle Energie einbringen, weil die Kinder mitunter
krank werden und aus der verwaisten Wohnung ihre Mutter am
Arbeitsplatz anrufen. Wenn eine Frau für vollen Frauenlohn
arbeiten will, muss sie sich schriftlich verpflichten, keine
Kinder zu bekommen, solange das Arbeitsverhältnis andauert.
Mutterschafts- und Erziehungsgeld werden gestrichen.
Männern, die Kinder haben und deren
Frau zu Hause bleibt, wird ein Gehaltszuschlag gezahlt, zum
Beispiel monatlich 500 Euro pro Kind. Dadurch sinkt auch die
Zahl der für Kinder belastenden Scheidungen, weil Frauen
und Kinder finanziell von den Männern abhängig sind.
Die Politikerinnen sollten mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Abgeordnete Päivi Räsänen, die sich so
verdienstvoll für den Wert der Familie einsetzt, wird
wohl zu Hause bleiben und ihre fünf Kinder versorgen,
und Eva Biaudet denkt nicht einmal im Traum daran, auf ihren
Posten als Sozialministerin zurückzukehren. Die Präsidentin
und andere Frauen, die ihre Kinder bereits großgezogen
haben, mögen ihre Stellung vorläufig behalten. Sobald
das Problem der Kinderbetreuung geregelt ist, sollte allerdings
die Altenpflege angegangen werden.
Wenn unsere Gesellschaft wirklich pluralistisch
wäre, gäbe es Alternativen zu dem oben skizzierten
Szenario. Wir könnten es uns leisten, ein anständiges
Erziehungsgeld zu zahlen und eine ausreichende Rentenabsicherung
zu garantieren, wenn Eltern zu Hause bleiben, um ihre Kinder
zu versorgen, oder in Teilzeit arbeiten.
Im Berufsleben würden diese Eltern nicht als Verräter
betrachtet, sondern als Helden, und wenn sie nach jahrelanger
Elternzeit in den Beruf zurückkehren, würde man
ihnen keine Steine in den Weg legen.
Vor allem die Väter würden ermutigt, Elternurlaub
zu nehmen. Durch Angleichung der Frauenlöhne an das Einkommen
der Männer würde man erreichen, dass die Familien
wirklich frei wählen können, welches Elternteil
zu Hause bleibt. Für die Kinder derjenigen, die nicht
zu Hause bleiben wollen oder können, würde zuverlässige
Nachmittagsbetreuung angeboten.
Man würde die Kinder vom Computer weglocken, aber nicht
zu leistungsorientierten Hobbies, sondern zu ganz normalen
Alltagsbeschäftigungen mit ihren Eltern. Die Wohnungspolitik
würde strikt reguliert, so dass man sich im ganzen Land
eine Wohnung leisten kann, ohne den Löwenanteil von zwei
monatlichen Einkommen dafür aufwenden zu müssen.
Jede Familie könnte frei zwischen gemeinschaftlicher
oder separater Besteuerung wählen.
Idealismus? Stimmt, in Wahrheit können
wir es uns ja nicht leisten, gemeinsam für das Wohlergehen
der Kinder und Jugendlichen zu sorgen. Überlassen wir
es den Frauen!
Übersetzung: Gabriele Schrey-Vasara
Aus: Suomen Kuvalehti 34/2001
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